Montag, 24. Mai 2021

 

Das Restaurant in Thailand – Teil 1

© Mark Grillchef

 

Vanessa lehnte sich zurück und saugte noch etwas Caipirinha aus ihrem Cocktailglas.

„Und du hast ein eigenes Restaurant“ fragte sie? Der Mann den sie heute Abend kennengelernt hatte sah gar nicht aus wie ein Koch oder so etwas. Er war braun gebrannt und hatte einen muskulösen Oberkörper und einen gepflegten 3-Tage-Bart. Er hatte schöne braune Augen und war sehr höflich und zuvorkommend, in seinem Lächeln lag aber auch einen Ausdruck von Überlegenheit, wähend er ihr in die Augen sah. Irgendwie gefiel ihr das aber. Sie mochte selbstbewusste Männer, die gebildet und kultiviert waren, aber auch eine unterschwellige Gefährlichkeit ausstrahlten und sich nahmen was sie wollten. Genau das war bei ihm der Fall.

„Ja, ein sehr bekanntes sogar, zumindest bei Kennern.“ sagte er. „Leute kommen sogar von weit weg hierher um einmal bei mir zu essen. Heute bin ich aber noch Urlaub“ sagte er mit einem grinsen. „Also lass uns zu meinem Zimmer gehen.“

Nachdem sie bereits drei Cocktails getrunken hatte, ließ sich Vanessa das nicht zweimal sagen, sie war heiß auf diesen Mann.

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Am nächsten Abend saßen sie wieder zusammen. Der Abend sollte sein und ihr letzter hier sein. Sie würde zurück nach Deutschland fliegen und vor dem Semesterstart noch etwas jobben. Er würde zurück zu seinem Restaurant in einem Vorort von Bangkok fahren.

„Warum bleibst du nicht eine Woche länger?“ fragte er. Du könntest in meiner Wohnung in Bangkok wohnen und dir die Stadt anschauen. „Das dürfte ich?“ freute sie sich. Sie hatte gehofft dass er so etwas sagen würde, denn abseits davon dass er ein leidenschaftlicher Liebhaber war, hatte sie begonnen Gefühle für ihn zu entwickeln. Genauer gesagt konnte sie es kaum mehr ohne ihn aushalten.

„Klar. Die Umbuchung des Fluges geht dann aber auf meine Kappe“ grinste er. Vanessas Herz machte einen Luftsprung. Sie wusste zwar nicht, wie sie sich nach der Woche von ihm trennen sollte, aber sie hoffte dass er sie ebenfalls ins Herz schloss und sich irgendeine Möglichkeit finden würde…

„Die Kellnerin hat eine gute Figur.“ sagte er wenig später, als die besagte gerade zwei Cocktails an ihren Tisch gebracht hatte. Vanessas Herz bekam einen heftigen Eifersuchtsstich. Bevor sie etwas sagen konnte lachte er. Er spielte mit ihr.

„Keine Sorge, ich schaue immer nach Kellnerinnen die ich abwerben kann. Diese Hotels zahlen ziemlich schlecht. Jedenfalls nicht so gut wie ich“ lachte er. „Und geeignete Kellnerinnen sind rar. Das Auge isst schließlich mit, eine schöne Figur und ein hübsches Gesicht steigern den Umsatz.“ Das beruhigte Vanessa einerseits etwas, aber eifersüchtig war sie trotzdem. Andererseits: Er hatte ein Restaurant und musste nach geeignetem Personal suchen, das konnte sie ihm nicht verbieten. Und es war keine Untertreibung, wie sie zugeben musste. Die brünette Französin, die gerade hüftschwingend ein Tablett wegtrug, hatte ein süßes Gesicht mit braunen Rehaugen, eine schlanke Taille, geschwungene weibliche Hüften und einen knackigen Hintern und sie sprach Vannessas bisher immer verheimlichte Bi-Ader durchaus an. Vermutlich war sie wie Vanessa für einen Ferienjob nach Thailand gekommen. Als Kellnerin wirkte sie sehr professionell. Dennoch schmollte Vanessa etwas.

Bei zahlen legte er der Kellnerin dezent ein Kärtchen von sich auf den Tisch. Diese war erst verdutzt – vermutlich dachte sie das wäre nur einer der zahlreichen männlichen Gäste, die ihr Avancen machten. Dann las sie es – sofort weiteten sich ihre Rehaugen und sie warf einen kurzen sich versichernden Blick auf Mike, der sieh auffordernd ansah. Sie musste offensichtlich schon von dem Restaurant gehört haben. Sie wirkte einerseits erschrocken, andererseits schien sie auch geschmeichelt zu sein. Sie nahm das Kärtchen, steckte es ein, murmelte verlegen etwas und beeilte sich, abzuräumen.

„Hmm, die wird jetzt eine Woche überlegen, aber ich wette sie meldet sich.“ grinste er.

„Na toll du lädst mich zu dir ein und gibst direkt anderen Frauen deine Nummer“ schmollte sie.

„Keine Sorge, rein professionelles Interesse. Solange so jemand schönes wie du mir Gesellschaft leistest, fahre ich nicht bestimmt zweigleisig.“ grinste er. „Du wärst definitiv auch umsatzsteigernd in meinem Restaurant“ sagte er, während er in ihren Ausschnitt schaute. Sie kniff die Augen zusammen. Ganz schön dreist. Sie mochte es aber irgendwie, wie er sie immer wieder begehrend von oben bis unten taxierend musterte und jeden Zentimeter ihres Körpers mit den Augen aufzufressen schien. Einerseits fand sie es ungehörig und fühlte sich dadurch als Frau nur auf ihren Körper reduziert. Andererseits fühlte sie sich aber gerade dadurch aber auch heiß und begehrt. Zugegeben, mit den engen knappen Jeansshorts und dem tief ausgeschnittenen Oberteil präsentierte sie ihm auch jede Sekunde was sie hatte, deshalb konnte sie ihm nicht wirklich böse sein.

„Du bist wirklich ein Leckerbissen.“ sagte er. „Lass uns aufs Zimmer gehen, du wirst gleich vernascht.“

„Na von einem Gourmet ist das ja wohl das beste Kompliment das man kriegen kann.“ kicherte sie.

Er grinste verschmitzt. „Oh ja, ich weiß genau wovon ich rede.“

Vanessa verstand nicht was er mit der letzten Bemerkung meinte. Es war ihr aber auch eigentlich gerade egal.

Fortsetzung folgt.