Das Restaurant in Thailand – Teil 1
© Mark Grillchef
Vanessa lehnte sich zurück und saugte noch etwas Caipirinha aus
ihrem Cocktailglas.
„Und du hast ein
eigenes Restaurant“ fragte sie? Der Mann den sie heute Abend kennengelernt
hatte sah gar nicht aus wie ein Koch oder so etwas. Er war braun gebrannt und
hatte einen muskulösen Oberkörper und einen gepflegten 3-Tage-Bart. Er hatte
schöne braune Augen und war sehr höflich und zuvorkommend, in seinem Lächeln
lag aber auch einen Ausdruck von Überlegenheit, wähend er ihr in die Augen sah.
Irgendwie gefiel ihr das aber. Sie mochte selbstbewusste Männer, die gebildet
und kultiviert waren, aber auch eine unterschwellige Gefährlichkeit ausstrahlten
und sich nahmen was sie wollten. Genau das war bei ihm der Fall.
„Ja, ein sehr
bekanntes sogar, zumindest bei Kennern.“ sagte er. „Leute kommen sogar von weit
weg hierher um einmal bei mir zu essen. Heute bin ich aber noch Urlaub“ sagte
er mit einem grinsen. „Also lass uns zu meinem Zimmer gehen.“
Nachdem sie
bereits drei Cocktails getrunken hatte, ließ sich Vanessa das nicht zweimal
sagen, sie war heiß auf diesen Mann.
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Am nächsten Abend
saßen sie wieder zusammen. Der Abend sollte sein und ihr letzter hier sein. Sie
würde zurück nach Deutschland fliegen und vor dem Semesterstart noch etwas
jobben. Er würde zurück zu seinem Restaurant in einem Vorort von Bangkok
fahren.
„Warum bleibst du
nicht eine Woche länger?“ fragte er. Du könntest in meiner Wohnung in Bangkok
wohnen und dir die Stadt anschauen. „Das dürfte ich?“ freute sie sich. Sie
hatte gehofft dass er so etwas sagen würde, denn abseits davon dass er ein
leidenschaftlicher Liebhaber war, hatte sie begonnen Gefühle für ihn zu
entwickeln. Genauer gesagt konnte sie es kaum mehr ohne ihn aushalten.
„Klar. Die
Umbuchung des Fluges geht dann aber auf meine Kappe“ grinste er. Vanessas Herz
machte einen Luftsprung. Sie wusste zwar nicht, wie sie sich nach der Woche von
ihm trennen sollte, aber sie hoffte dass er sie ebenfalls ins Herz schloss und
sich irgendeine Möglichkeit finden würde…
„Die Kellnerin
hat eine gute Figur.“ sagte er wenig später, als die besagte gerade zwei
Cocktails an ihren Tisch gebracht hatte. Vanessas Herz bekam einen heftigen
Eifersuchtsstich. Bevor sie etwas sagen konnte lachte er. Er spielte mit ihr.
„Keine Sorge, ich
schaue immer nach Kellnerinnen die ich abwerben kann. Diese Hotels zahlen
ziemlich schlecht. Jedenfalls nicht so gut wie ich“ lachte er. „Und geeignete
Kellnerinnen sind rar. Das Auge isst schließlich mit, eine schöne Figur und ein
hübsches Gesicht steigern den Umsatz.“ Das beruhigte Vanessa einerseits etwas,
aber eifersüchtig war sie trotzdem. Andererseits: Er hatte ein Restaurant und
musste nach geeignetem Personal suchen, das konnte sie ihm nicht verbieten. Und
es war keine Untertreibung, wie sie zugeben musste. Die brünette Französin, die
gerade hüftschwingend ein Tablett wegtrug, hatte ein süßes Gesicht mit braunen
Rehaugen, eine schlanke Taille, geschwungene weibliche Hüften und einen
knackigen Hintern und sie sprach Vannessas bisher immer verheimlichte Bi-Ader
durchaus an. Vermutlich war sie wie Vanessa für einen Ferienjob nach Thailand
gekommen. Als Kellnerin wirkte sie sehr professionell. Dennoch schmollte Vanessa
etwas.
Bei zahlen legte
er der Kellnerin dezent ein Kärtchen von sich auf den Tisch. Diese war erst
verdutzt – vermutlich dachte sie das wäre nur einer der zahlreichen männlichen
Gäste, die ihr Avancen machten. Dann las sie es – sofort weiteten sich ihre
Rehaugen und sie warf einen kurzen sich versichernden Blick auf Mike, der sieh
auffordernd ansah. Sie musste offensichtlich schon von dem Restaurant gehört
haben. Sie wirkte einerseits erschrocken, andererseits schien sie auch
geschmeichelt zu sein. Sie nahm das Kärtchen, steckte es ein, murmelte verlegen
etwas und beeilte sich, abzuräumen.
„Hmm, die wird
jetzt eine Woche überlegen, aber ich wette sie meldet sich.“ grinste er.
„Na toll du lädst
mich zu dir ein und gibst direkt anderen Frauen deine Nummer“ schmollte sie.
„Keine Sorge,
rein professionelles Interesse. Solange so jemand schönes wie du mir
Gesellschaft leistest, fahre ich nicht bestimmt zweigleisig.“ grinste er. „Du
wärst definitiv auch umsatzsteigernd in meinem Restaurant“ sagte er, während er
in ihren Ausschnitt schaute. Sie kniff die Augen zusammen. Ganz schön dreist.
Sie mochte es aber irgendwie, wie er sie immer wieder begehrend von oben bis
unten taxierend musterte und jeden Zentimeter ihres Körpers mit den Augen
aufzufressen schien. Einerseits fand sie es ungehörig und fühlte sich dadurch
als Frau nur auf ihren Körper reduziert. Andererseits fühlte sie sich aber
gerade dadurch aber auch heiß und begehrt. Zugegeben, mit den engen knappen
Jeansshorts und dem tief ausgeschnittenen Oberteil präsentierte sie ihm auch
jede Sekunde was sie hatte, deshalb konnte sie ihm nicht wirklich böse sein.
„Du bist wirklich
ein Leckerbissen.“ sagte er. „Lass uns aufs Zimmer gehen, du wirst gleich
vernascht.“
„Na von einem
Gourmet ist das ja wohl das beste Kompliment das man kriegen kann.“ kicherte
sie.
Er grinste verschmitzt. „Oh ja, ich weiß genau wovon ich rede.“
Vanessa verstand
nicht was er mit der letzten Bemerkung meinte. Es war ihr aber auch eigentlich
gerade egal.
Fortsetzung folgt.